Zusammenfassung:
Der jüngste Müllerssohn beklagt sein trauriges Schicksal, als sein verstorbener Vater seinen Brüdern die Mühle
und den Esel vererbt, ihm aber „nur“ den Kater.
Durch die Annahme des Katers und den Mut, sich ihm vertrauensvoll hinzugeben, erfährt der Müllerssohn großes Glück.
Durch List, Klugheit und einen unerschütterlichen Glauben an sich selbst, verhilft der Kater dem Müllerssohn zur Prinzessin
und zu guter Letzt sogar zum Königsthron.
Hintergrund:
Der gestiefelte Kater ist ein volkstümliches Märchen,
das sich in der ersten Auflage der Sammlung der Kinder-
und Hausmärchen (KHM) der Brüder
Grimm noch als Nr.33 fand, dann in der Ausgabe letzter Hand nicht mehr enthalten war und in der später von Heinz Rölleke
herausgegebenen Ausgabe als Nr.5 im Anhang erschien.
Das Märchen greift die Ungerechtigkeit einer typischen Erbsituation auf: Bei dem Tode eines Bauern fällt an den ältesten
Sohn die Mühle, an den zweiten ein Esel und an den dritten ein scheinbar völlig wertloser Kater. Der Kater, der überraschenderweise
der menschlichen Sprache mächtig ist, vermag es nun aber, seinen Besitzer zu überzeugen, auf ein Paar Handschuhe, die sich aus
dem Katzenfell anfertigen ließen, zu verzichten und stattdessen noch sein letztes Geld in ein Paar unsinnig erscheinende Stiefel
für den Kater zu investieren.
Aus Dankbarkeit (auch wenn die Notwendigkeit des Stiefelpaares kaum sichtbar wird) erjagt der Kater
nun zuerst einen Sack Rebhühner,
die er dem hiernach verlangenden König gegen eine Belohnung in Gold überlässt und verschafft dann seinem Herrn, dem nun
reichen Müllerssohn, ein einträgliches Grundstück mit Schloss, indem er den Vorbesitzer, einen Zauberer, bei dessen Eitelkeit
zu mehreren Verwandlungskunststückchen überredet. Als dieser sich schließlich in eine Maus verwandelt, verspeist ihn
der Kater. Der ursprünglich arme, besitzlose Müller, der vom Kater nun als Graf ausgegeben wird, wird somit zum begüterten
Grundbesitzer und heiratet schließlich die Königstochter.
Das Märchen, das mit einfachen Motiven, der Frage der Ungerechtigkeit beim Erbgang, der Dankbarkeit des Katers und zuletzt des
Glückes, das den vermeintlich schlechter Gestellten schließlich zum wohlhabenden Mann macht, arbeitet, ist in vielen Varianten überliefert.
Schon die Grimms selbst merkten an, eine Version des Gestiefelten Katers in Le
chat botté von Charles Perrault zu
kennen, die mutmaßlich italienische Ursprünge hat, zumindest aber bereits von Giovanni
Francisco Straparola aufgezeichnet wurde.
Das Märchen wurde dann unter anderem von Ludwig Tieck in
der gleichnamigen Komödie Der
gestiefelte Kater, die bereits 1797 erschien, aber erst 1844 in Berlin uraufgeführt
wurde, verarbeitet. Auch scheinen einige Parallelen zu Joseph
von Eichendorffs Aus
dem Leben eines Taugenichts von 1826 zumindest untergründig
gegeben, wenngleich es hier auch der Müllersknabe selbst ist, der loszieht, sein Glück zu suchen. Der Stoff selbst gelangte über
die Jahre seiner Rezeption dann in zahllosen Bearbeitungen für Kinder und schließlich einigen Verfilmungen in die Öffentlichkeit.
Quelle: www.wikipedia.de
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